Hydraulische Rettungsgeräte
Im Zuge des immer größer werdenden Einsatzspektrums, dass in den letzten Jahrzehnten auf die Feuerwehren zukam, trat besonders die
Technische Hilfeleistung in den Vordergrund. Das stark angestiegene Verkehrsaufkommen brachte auch vermehrte Unfälle mit sich und
die ständigen Entwicklungen in der Automobilindustrie stellen die Feuerwehren immer wieder vor neue Herausforderungen. Die Rettung von Personen
aus eingeklemmten PKW oder LKW stellt sich dabei als besonders schwierig heraus und erfordert spezielle Technik, die den Anforderungen der Fahrzeuge
und einer patientenschonenden Rettung gewachsen ist.
Aus diesem Grund besitzt die Feuerwehr Virnebrg einen "hydraulischen Rettungssatz", der aus einem Hydraulikaggregat, Rettungsschere und Rettungsspreizer
sowie weiteren Hilfsmitteln besteht.
Hydraulikaggregat
Das Hydraulikaggregat hat einen 230 Volt Elektroanschluss und dient als Betriebsaggregat für die daran angeschlossenen Geräte des Rettungssatzes (Schere, Spreizer,
Zylinder). Als Maximaldruck bzw. Arbeitsdruck erreicht das Gerät ca. 630 bar. Außerdem sind am Gerät zwei Schnellangriffshaspeln angebracht,
auf denen sich jeweils 20 Meter Hydraulikschlauch befinden und der Rettungsspreizer und die Rettungsschere bereits angeschlossen sind.
Es können also immer 2 Geräte gleichzeitig angeschlossen sein, von denen man immer mit einem arbeiten kann. Mittels Kippschalter kann direkt
zwischen den beiden Rettungsgeräten gewechselt werden.
Rettungsschere und Rettungsspreizer
Mit der Rettungsschere ist es möglich, Fahrzeugholme durchzuschneiden, um somit beispielsweise ein Dach oder Türen eines verunfallten
Fahrzeuges zu entfernen, sowie durch Entlastungsschnitte aufkommende Spannungen zum Schutz des Patienten zu verhindern.
Gleichzeitig mit der Rettungsschere kommt auch der Rettungsspreizer zum Einsatz, der dazu ausgelegt ist, Teile auseinander zu drücken,
Rettungsöffnungen zu schaffen, Lasten anzuheben oder z.B. Rohre abzuquetschen. Daher dienen Spreizer unter anderem zum Öffnen verklemmter
Fahrzeugtüren. Der Spreizer bringt eine Spreiz- und Schließkraft von knapp 50 kN auf.
Rettungszylinder
Der Rettungszylinder wird dazu benutzt, um beispielsweise den vorderen Teil des verunfallten KFZ wegzudrücken, falls eine Person
mit den Füßen unter den Pedalen eingeklemmt ist.
Hierzu wird der Schweller auf Höhe der A-Säule eingeschnitten und der Rettungszylinder zwischen A-Säule und B-Säule diagonal angesetzt.
Durch die große Drückkraft und die Öffnungsweite kann so das Fahrzeug "aufgedrückt" werden, wodurch sich die Pedale heben und die Person gerettet
werden kann. Rettungszylinder werden also vor allem dann eingesetzt, wenn die Öffnungsweite des Rettungsspreizers nicht mehr ausreicht.
In Verbindung mit einem Schwelleraufsatz, kann der Rettungszylinder optimal und achsengerecht angesetzt werden.
Die B-Säule ist dadurch ausreichend geschützt und ein Durchbrechen des Zylinders wird so verhindert.
Sonstige Hilfsmittel
Der hydraulische Rettungssatz wird durch diverses Zubehör ergänzt. Dieses umfasst z.B. diverse Anschlaghilfen (Zughaken- und Ketten),
Rüstholz bzw. Unterbaumaterial, Gerätschaften zum Glasmanagement (Federkörner, Glasschneider, Folien bzw. Klebeband zum Abkleben von Scheiben),
Gurtmesser, Hilfsmittel zum Patientenschutz, 2 Airbagrückhaltesysteme, eine Säbelsäge und vieles mehr.
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 Hydraulikaggregat mit Rettungsschere
und Rettungsspreizer
 Rettungsschere
 Rettungsspreizer
 Rettungszylinder
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